Thermprozesstechnik

Begasungssysteme

Druckreduzierventil mit Durchflussmengenmesser
Schutzgase

Schutzgase dienen dazu, den Sauerstoff in den zuvor beschriebenen Begasungskästen zu verdrängen. Es ist darauf zu achten, dass Schutzgase eingesetzt werden, die sich dem zu wärmebehandelnden Teil gegenüber neutral verhalten. Die Schutzgase sollten inert sein, also keine chemische Verbindung mit dem Werkstück bzw. dem Ofen eingehen oder Reaktionen herbeiführen. In vielen Fällen wird Stickstoff (leichter als Luft) als Schutzgas eingesetzt. Erfahrungen haben gezeigt, dass Stickstoff nicht immer ausreichende Ergebnisse bringt. Zudem muss eine längere Vorspülzeit gewählt werden. Bessere Ergebnisse werden mit einer Mischung aus Stickstoff und einer geringen Beimengung von Wasserstoff erzielt. Der Wasserstoff wirkt als reduzierender Bestandteil und reagiert mit dem Sauerstoff. Diese Gasmischung ist unter dem Begriff Formiergas im Handel erhältlich. Es hat sich gezeigt, dass eine Beimengung von 5 % Wasserstoff zu Stickstoff gute Ergebnisse einbringt. Nach dem EU-Sicherheitsdatenblatt ist diese Mischung unkritisch, jedoch sind nationale Vorschriften zu beachten. Dieses Gas kann fertig gemischt bezogen werden. Es brauchen keine Vorkehrungen gegen Explosion getroffen werden. Wenn das Werkstück gegenüber Wasserstoff eine Affinität besitzt, kann Argon als Schutzgas zu guten Ergebnissen führen. Argon ist ein Gas, das schwerer ist als Luft. Schutzgasbehälter lassen sich damit relativ gut füllen. Formiergas mit beigemengtem Wasserstoff (je nach Ländervorschrift bis zu einem Verhältnis 98/2) ist leichter, hat aber den Vorteil, dass der Wasserstoff bei hohen Temperaturen verbrennt und somit den Sauerstoff reduziert. Auch im kalten Zustand transportiert der austretende Wasserstoff den Sauerstoff sehr leicht aus dem Behälter. Bei Gasgemischen mit Wasserstoff oder anderen brennbaren Gasen sind immer die gültigen Sicherheitsbestimmungen zu beachten. Ist das Gemisch als brennbar deklariert, so kann der Ofen, vorausgesetzt es handelt sich um eine gasdichte Ausführung, mit einer entsprechenden Sicherheitstechnik ausgestattet werden. Bei Arbeiten mit Schutzgasen ist immer für eine ausreichende Belüftung des Raumes zu sorgen. Des weiteren sind landesspezifische Sicherheitsbestimmungen zu beachten.

Manuelle Begasungsarmatur für Flaschen

  • Druckreduzierventil mit angebautem Durchflussmengenmesser und aufgesetztem Manometer zur Anzeige des Flaschendrucks. Der angebaute Mengenmesser mit Schwebekörper ermöglicht eine gute Ablesbarkeit der entnommenen Menge
  • Anschluss: Schraubanschluss für Flasche
  • Abgang: Schlauchanschluss (Innendurchmesser 9 mm)
  • Eingangsdruck 200 bar, Ausgangsdruck 4 bar
  • Inkl. 4 m Verbindungsschlauch zum Ofen
Art.-Nr.GasartDurchflussmenge
  l/min
631000309Ar0 - 30
631000310N20 - 30
631000311nicht brennbares Formiergas0 - 30
Alternative Anschlussgewinde auf Anfrage